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KONTEXT

Der Wolfshof in Bischhausen:
Eingewebt in ein Netz der Gemeinschaftlichkeit rund um die Fuchmühle

Der Wolfshof, liegt im nordhessischem Werra-Meißner-Kreis, nur ein Katzensprung von der Fuchsmühle entfernt. Im Jahr 2020 zog eine Gruppe junger Menschen in das Wohnhaus neben der Fuchsmühle, um sich in der Region mit ihren Ideen einzubringen, an Bestehendes anzuknüpfen und zukunftstaugliche Strukturen aufzubauen. Der Wolfshof bietet nun mit mehr Wohn- und Arbeitsraum, einem Kulturort, Acker und Wald vielfältige Möglichkeiten für das bereits entstandene Netzwerk sich weiter zu entfalten.


„Gemeinsam wollen wir nicht nur eine Gemeinschaft gründen, sondern ein Netz an Gemeinschaftlichkeit, eine Region im Wandel, in der viele Menschen, Familien und Kollektive auf ihre Art Teil sein können, wir unser Essen gemeinsam in solidarischen Landwirtschaften anbauen und wir gemeinsam in offenen Werkstätten werkeln, Menschen in freien Schulen lernen, wir Commonsverbünde und Kollektivbetriebe gründen, uns in Bürger:innenversammlungen organisieren, die Wälder aufforsten und Ökosysteme regenerieren.“
                                                               Zitat aus dem Crowdfunding Video aus 2020.


Seitdem ist viel passiert. Menschen zogen von allerorts dazu und Verbindungen mit schon lange in der Region lebenden Menschen wurden geknüpft. So entstand rund um die Fuchsmühle die Pflege eines Netzwerk der Gemeinschaftlichkeit. Dort gibt es keine feste trannscharfe Gemeinschaft, zu der Menschen gehören können oder auch nicht. Leute organisieren sich in vielen sich überlappenden Kreisen, die jeweils mit schützenden halbdurchlässigen Membranen umgeben sind. Menschen teilen Wohnungen, Autos, Werkstätten, Geld, Zeit, Pflege, Lebensmittel, reparieren Dinge, treffen gemeinstimmig Entscheidungen und richten sich in Vielfalt gemeinsam aus. Es gibt zwei monatliche Treffen für alle, die sich mit dem Netzwerk verwoben fühlen, wo Organisatorischem, und Emotionalem jeweils Raum geschenkt wird.
Teil des Netzwerks sind zur Zeit etwa 37 Menschen, 8 Orte zum Wohnen und Arbeiten, viele Gedanken, Fürsorge und unterstützende Kraft befreundeter Menschen. Manche von ihnen teilen all ihr Geld miteinander, manche wohnen vor allem darin, manche bringen sich in einem der vielen Projekte ein, die im Entstehen sind.
Was das Gemeinschaftsnetzwerk um die Fuchsmühle ist und was es will, ist durch diese Komplexität schillernd und sich stetig wandelnd. Mit einigen Orientierungshilfen, wie den Mustern des Commonings
www.mustersprache.commoning.wiki, schreiten Menschen dort fragend voran in eine Zeit schwindender Gewissheiten und multipler Krisen. Sie versuche mit ihren Schritten gemeinsam eine andere Geschichte für die Zukunft zu erzählen.
Der Wolfhof mit dem Wohnprojekt, dem Kulturort, dem Wald und dem Acker ist schon jetzt eng mit dem Netzwerk verwachsen.


WOHNEN UND ARBEITEN


Dort wird mehr Wohnraum entstehen für noch mehr Menschen, die zu einer lebendigen Region beitragen wollen. Mit dem Zuzug von Familien gewinnt das Netzwerk an Diversität und stellt sich der Frage, wie kleine Menschen mit ihren Perpektiven und Bedürfnissen gut in einem gemeinschaftliches Netzwerk mitgestalten und getragen werden können. Gemeinschaftseigener Wohn- und Arbeitsraum schützt vor Privatisierung und bietet dem Gemeinschaftsnetzwerk auch dadurch Sicherheit und eine langfristige Perspektive.


VERSAMMLUNGSORT


Der große Veranstaltungsraum für Kunst und Kultur bietet viele Möglichkeiten für das Netzwerk: ein Chor für die Region, Diskussionsverantstaltungen, regelmäßiges Tanzen, Seminarangebote mit Themen rund um gesellschaftlichen Wandel oder praktische Camps können dort gensauso stattfinden, wie Arbeitsgruppentreffen oder interne Plena.


ACKER


Teil der Vision des Gemeischaftsnetzwerks um die Fuchsmühle ist es, regionale Strukturen – ökologisch, ökonomisch, sozial und kulturell – für ein gutes Leben für Alle zu gestalten. Der 8 Hektar große Acker bietet die Möglichkeit die Existenzsouverenität des Netzwerks zu stärken – also das, wovon wir alle leben gemeinsam selbst in die Hand zu nehmen und die Ausbeutung von menschlichen und planetaren Ressourcen Stück für Stück zu beenden. Außerdem bietet sich die Möglichkeit, weiterverarbeitende Kollektivbetriebe zu initiieren und zu betreiben. Mit der Bewirtschaftung des Ackers wollen wir Nahrung nicht nur ökologisch zukunftsfähiger angebauen und ökonomisch resilient aufstellen, sondern beispielhaft erproben und zeigen wie ihre Produktion kulturell und sozial anders eingebettet sein kann. Wie kann unsere Versorgung wieder Teil unseres Alltags werden und nicht auf wenigen Schultern lasten, die Boden ausbeuten und uns von unseren Existenzgrundlagen entfremden? Wie kann die Art und Weise, wie wir Ressourcen verteilen, produzieren und uns umeinander und das Land kümmern – also unsere Wirtschaftweise strukturell auf Gemeinwohl, Lebendigkeit und Kooperation angelegt sein und nicht mehr auf Ausbeutung, Profitmaximierung und Konkurrenz?


WALD


Durch die Pflegenutzung des gemeinschaftlichen Waldes können wir einerseits einen Beitrag zu Biodiversität und Resilienz gegenüber Klimaveränderungen schaffen und andererseits Holz ernten und in vielfältiger Weise nutzen. Der eigene Wald kann so perspektivisch unter anderem auch den Brennholzbedarf der Häuser, die Teil des Netzwerks sind - ergänzt etwa durch Wärmepumpen und Solarthermieanlagen - decken und macht so eine autarke und fossilfreiere
Wärmeversorgung möglich.


Gleichfalls soll der Wald sowohl für initiatische und wildnispädagogische Angebote wie Visionssuchen und Rituale als auch Naturcamps für Kinder und Jugendliche nutzbar und erlebbar sein.

mehr Infos zur Fuchsmühle:

www.fuchsmühle.org